Konto ohne Kontoführungsgebühr: das Wichtigste in Kürze
Ein Konto ohne Kontoführungsgebühr bedeutet zunächst nur, dass für die reine Kontoführung kein festes monatliches Entgelt anfällt. Ob das Konto im Alltag tatsächlich 0 Euro kostet, hängt von Karten, Bargeld, Überweisungen, Einzahlungen und einer möglichen Kontoüberziehung ab.
Die BaFin weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Girokonto mit 0,00 Euro Kontoführungsentgelt trotzdem zusätzliche Kosten verursachen kann.
Wenn ihr Ausgaben zu zweit organisiert, hilft auch unser Ratgeber zum kostenlosen gemeinsamen Konto bei der Auswahl von Gebühren, Karten und Zugriffsrechten.
Für Studierende passt dazu unser Ratgeber zum kostenlosen Girokonto für Studenten, inklusive Altersgrenzen, Karten und Kosten nach dem Studium.
Wenn du Guthaben nicht unverzinst liegen lassen möchtest, lies auch unseren Ratgeber zum kostenlosen Girokonto mit Zinsen mit direktem Girozins und Tagesgeld-Alternativen.
Was heißt „ohne Kontoführungsgebühr“ genau?
Kontoführungsgebühr ist die regelmäßige Grundgebühr für das Bereitstellen und Führen des Girokontos. Steht im Preis- und Leistungsverzeichnis bei der monatlichen Kontoführung 0,00 €, fällt für diesen Kostenposten kein monatliches Entgelt an.
Das ist enger als der Begriff „kostenloses Girokonto“. Denn ein Konto kann ohne Kontoführungsgebühr angeboten werden und trotzdem kostenpflichtige Zusatzleistungen haben.
Für einen sauberen Vergleich solltest du deshalb immer zwischen Grundpreis und Nutzungskosten unterscheiden.
Bedingungslos 0 € oder nur bei erfüllten Voraussetzungen?
Der wichtigste Unterschied liegt zwischen bedingungslos gebührenfreien Konten und Konten, deren Monatsgebühr nur bei bestimmten Voraussetzungen entfällt.
Bei einem bedingungslos gebührenfreien Modell bleibt die Kontoführung auch ohne Gehalts- oder Mindestgeldeingang bei 0 Euro. Bei konditional kostenlosen Konten kann dagegen eine Gebühr entstehen, sobald du die Bedingung in einem Monat nicht erfüllst.
Für unregelmäßiges Einkommen, Elternzeit, Studium oder einen geplanten Jobwechsel kann diese Unterscheidung besonders wichtig sein.
Mindestgeldeingang ist nicht immer dasselbe wie Gehaltseingang
Wenn eine Bank eine kostenlose Kontoführung an einen monatlichen Geldeingang knüpft, solltest du genau lesen, welche Zahlungseingänge zählen. Ein allgemeiner Geldeingang kann weiter gefasst sein als ein ausdrücklich geforderter Gehalts- oder Renteneingang.
Auch Eigenüberträge, Wertpapierumsätze oder Rücklastschrift-Gutschriften können je nach Anbieter ausgeschlossen sein. Maßgeblich ist immer die konkrete Definition im Preis- und Leistungsverzeichnis.
Plane außerdem mit Monaten, in denen der geforderte Betrag eventuell nicht erreicht wird.
Drei Modelle zeigen, wie unterschiedlich 0 € Kontoführung sein kann
| Beispiel | Kontoführung | Wichtige Bedingung | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| C24 Smart | 0 € | Keine Mindestgeldeingangs-Bedingung laut Anbieter | Leistungsgrenzen bei Bargeld und Extras separat prüfen |
| N26 Standard | 0 € | Kein Mindestgeldeingang | Virtuelle Karte inklusive; physische Karte kann einmalig kosten |
| ING Girokonto | 0 € bei Bedingung | Mind. 1.000 € Geldeingang/Monat oder unter 28 | Ohne Bedingung 4,90 €/Monat; optionale girocard kostet extra |
Stand: 25.09.2026. Quellen: C24, N26 und ING. Konditionen können sich ändern.
Die Beispiele sind keine Rangliste. Sie zeigen vielmehr, dass „keine Kontoführungsgebühr“ je nach Anbieter entweder ohne Mindestgeldeingang oder nur bei erfüllter Bedingung gelten kann.
Debitkarte, Girocard und Kreditkarte können trotzdem kosten
Eine monatliche Kontoführungsgebühr von 0 Euro sagt nicht automatisch, dass jede Karte kostenlos ist. Manche Konten enthalten eine Debitkarte, berechnen aber für eine zusätzliche Girocard oder Kreditkarte ein separates Entgelt.
Prüfe auch, ob eine physische Karte inklusive ist oder nur eine virtuelle Karte. Für Nutzer, die häufig mit einer bestimmten Kartenart zahlen, kann dieser Punkt die jährlichen Gesamtkosten deutlich verändern.
Wenn du mehrere Karten benötigst, solltest du Partner- und Ersatzkarten ebenfalls einbeziehen.
Bargeld abheben: Freikontingente und Automaten beachten
Bei Konten ohne Kontoführungsgebühr können Bargeldabhebungen trotzdem begrenzt oder kostenpflichtig sein. Typisch sind kostenlose Abhebungen nur an bestimmten Automaten, ab einem Mindestbetrag oder in einer begrenzten Zahl pro Monat.
Zusätzlich können Geldautomatenbetreiber eigene Entgelte verlangen. Im Ausland kommen je nach Karte und Währung weitere Kosten hinzu.
Wer häufig Bargeld nutzt, sollte deshalb nicht nur die Monatsgebühr, sondern das konkrete Abhebenetz und die Freikontingente vergleichen.
Überweisungen, Daueraufträge und Echtzeitüberweisungen
Digitale SEPA-Überweisungen und Daueraufträge sind bei vielen Onlinekonten im Grundmodell enthalten. Trotzdem solltest du prüfen, ob Papierüberweisungen, beleghafte Aufträge oder bestimmte Servicewege kostenpflichtig sind.
Bei Echtzeitüberweisungen lohnt sich ein Blick in die aktuellen Konditionen. Die Preisstruktur kann sich von klassischen Überweisungen unterscheiden, und die konkrete Umsetzung des Anbieters ist maßgeblich.
Wer viele Überweisungen tätigt, sollte auch auf Buchungspostenentgelte achten.
Dispo kann wichtiger sein als die eingesparte Monatsgebühr
Ein Konto ohne Kontoführungsgebühr kann teuer werden, wenn du es regelmäßig überziehst. Dispozinsen fallen unabhängig davon an, ob die monatliche Grundgebühr 0 Euro beträgt.
Schon wenige Wochen im Minus können eine Jahresersparnis aus der Kontoführungsgebühr relativieren. Vergleiche deshalb den Sollzins für den eingeräumten Dispokredit und die Konditionen einer geduldeten Überziehung.
Wenn du keinen Dispo brauchst, kann ein reines Guthabenmodell sinnvoller sein.
Bargeld einzahlen ist oft ein eigener Kostenpunkt
Bei Direkt- und Neobanken ist Bargeldeinzahlung häufig anders organisiert als bei Filialbanken. Einzahlungen können nur über Partner, bestimmte Automaten oder gegen Entgelt möglich sein.
Wenn du regelmäßig Bargeld aus Nebenjob, Verkauf oder Haushalt einzahlen musst, solltest du die Gebühren und Limits dieses Vorgangs vor der Kontoeröffnung prüfen.
Für manche Nutzer kann ein Konto mit kleiner Grundgebühr und guter Bargeldinfrastruktur günstiger sein als ein 0-Euro-Konto mit teuren Einzahlungen.
Konto ohne Kontoführungsgebühr als Gemeinschaftskonto
Nicht jedes gebührenfreie Einzelkonto lässt sich zu denselben Konditionen als Gemeinschaftskonto führen. Prüfe, ob zwei Kontoinhaber möglich sind, welche Karten enthalten sind und ob die 0-Euro-Bedingung für das Gemeinschaftskonto separat gilt.
Besonders wichtig ist die Frage, wie ein geforderter Geldeingang berechnet wird und ob beide Personen Karten ohne Zusatzentgelt erhalten.
Für Paare oder Wohngemeinschaften sind diese Details oft wichtiger als der beworbene Grundpreis.
Unter 28, Studierende und Azubis: Altersvorteile genau prüfen
Einige Banken verzichten für jüngere Kundinnen und Kunden auf die Kontoführungsgebühr, auch wenn der sonst geforderte monatliche Geldeingang nicht erreicht wird.
Das kann während Studium oder Ausbildung attraktiv sein. Wichtig ist aber, was nach Erreichen der Altersgrenze passiert und ob dann automatisch eine Gebühr entsteht oder andere Bedingungen gelten.
Plane deshalb nicht nur für heute, sondern auch für die Zeit nach dem Ende der Sonderkondition.
Onlinekonto ohne Kontoführungsgebühr oder Filialkonto?
Konten ohne monatliche Grundgebühr werden besonders häufig als Online- oder App-Konten angeboten. Dafür kann persönliche Beratung vor Ort eingeschränkt sein oder zusätzliche Services kosten.
Wer fast alles digital erledigt, kann mit einem Onlinekonto gut zurechtkommen. Wenn du häufig Bargeld einzahlst, Schecks nutzt oder persönliche Beratung möchtest, solltest du den Wert eines Filialnetzes gegen die mögliche Monatsgebühr abwägen.
Die günstigste Kontoführung ist nicht automatisch die passendste Service-Struktur.
Sicherheit und Einlagensicherung nicht mit Preis verwechseln
Ob ein Konto Kontoführungsgebühren verlangt, sagt nichts über die technische Sicherheit oder die gesetzliche Einlagensicherung aus. Prüfe, welches Institut das Konto führt, welche Sicherungssysteme gelten und wie starke Kundenauthentifizierung umgesetzt wird.
Für Guthaben ist außerdem relevant, bei welcher Bank das Geld rechtlich liegt. Das ist besonders bei Apps wichtig, deren Marke und kontoführendes Institut nicht identisch sein müssen.
Preis und Sicherheit sollten deshalb getrennt bewertet werden.
Basiskonto: Anspruch auf Zugang, aber nicht zwingend 0 €
Ein Basiskonto soll grundlegende Zahlungsdienste zugänglich machen. Ein gesetzlicher Anspruch auf ein Basiskonto bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Kontoführung kostenlos sein muss.
Die BaFin stellt im Kontenvergleich sowohl Giro- als auch Basiskonten mit ihren Entgelten gegenüber.
Wenn dir ein normales Girokonto nicht angeboten wird, kann das Basiskonto wichtig sein – die Kosten solltest du trotzdem vergleichen.
So prüfst du das Preis- und Leistungsverzeichnis in fünf Schritten
Für einen belastbaren Vergleich reichen Werbeaussagen wie „0 €“ nicht aus. Gehe systematisch vor:
- monatliche Kontoführungsgebühr und Bedingungen prüfen,
- Kosten für Debitkarte, Girocard und Kreditkarte erfassen,
- Bargeldabhebungen und Einzahlungen bewerten,
- Dispozins und sonstige Zusatzentgelte prüfen,
- deine voraussichtliche Nutzung auf ein Jahr hochrechnen.
Der BaFin-Kontenvergleich kann als neutrale Ausgangsbasis dienen; verbindlich sind die aktuellen Unterlagen des Anbieters.
Für einen breiteren Überblick kannst du unseren Ratgeber zum kostenlosen Girokontnloses-girokonto-vergleich/">Kostenloses-Girokonto-Vergleich.
So vermeidest du, dass mehrere sehr ähnliche Angebote nur nach der Monatsgebühr beurteilt werden.
Wenn du 0 € Kontoführung ausdrücklich ohne Einkommensbedingung suchst, vertieft unser Ratgeber kostenloses Girokonto ohne Gehaltseingang genau diesen Fall.
Wenn neben 0 Euro Kontoführung auch ein Startbonus wichtig ist, zeigt der Beitrag Girokonto mit Prämie, welche Aktionsbedingungen zusätzlich geprüft werden sollten.
Wenn du 0 € Kontoführung ausdrücklich ohne jeden Mindestbetrag suchst, vertieft unser Ratgeber Girokonto ohne Mindestgeldeingang genau diese Variante.
Ein einmaliger Bonus kann sinnvoll sein, wenn die laufende Gebührenstruktur passt; aktuelle Beispiele findest du bei Girokonten mit Startguthaben.
Wenn zum Konto eine Kreditkarte wichtig ist, solltest du deren eigene Kosten separat prüfen; der Ratgeber Kreditkarte online zeigt die wichtigsten Gebührenpunkte.
Checkliste vor der Eröffnung
- Ist die Kontoführungsgebühr wirklich 0 €?
- Gilt 0 € bedingungslos oder nur bei Geldeingang/Alter?
- Welche Karten sind inklusive?
- Wie viele Bargeldabhebungen sind kostenlos?
- Was kostet Bargeldeinzahlung?
- Wie hoch ist der Dispozins?
- Gibt es Gebühren für Papieraufträge oder Extras?
- Bleiben die Konditionen auch bei veränderter Lebenssituation passend?


